Meditation & Bogenschießen

Impulse

Meditation & Bogenschießen

10.06.2026

Es war so etwas wie Liebe auf den ersten Blick: Meditation und Bogenschießen. 

Ein fest mit der Erde verbundener Stand, die würdevolle, aufrechte Haltung, die Öffnung beim Spannen der Sehne, das Loslassen und der Pfeilflug. Dann ein lautes Plopp, wenn der Pfeil die Scheibe trifft, dumpf vom Netz aufgefangen wird oder mit einem leichten Klirren den Boden streift.
Ich stehe seitlich vor der Zielscheibe. Das Lösen des Pfeils auf ein Ziel hin ist ein Moment, um innezuhalten: „Wenn du das Ziel als deinen Feind ansiehst, wirst du es womöglich treffen, aber es wird dir nicht gelingen, etwas in dir selber zu verbessern. … nur den Pfeil in den Mittelpunkt eines Gegenstandes aus Papier zu rammen, ist vollkommen nutzlos. … Daher musst du dein Ziel gut auswählen, dein Bestes geben, um es zu erreichen, und das Ziel immer mit Respekt und Würde betrachten.“ (Paulo Coelho, Der Weg des Bogens)

Was ist mein Ziel? 

Die Mitte der Scheibe treffen? Natürlich will ich treffen, freue mich, wenn es gelingt – und nehme es sportlich, wenn die Pfeile ihr eigenes Ziel suchen. Manchmal kommt mir das Pauluswort in den Sinn: „Das Ziel vor Augen jage ich dem Siegespreis nach, der himmlischen Berufung.“ (Phil 3,14)

(M)ein großes Ziel steht in unserer Konstitution: „Lass uns zu jener Einheit mit dir finden, zu der du uns berufen hast.“ Beim Bogenschießen üben wir: „Das Ziel heranholen“. Und: „Das Ziel einatmen“. 

Mit jedem Atemzug kommen wir dem Ziel näher

Wie auch kürzlich beim Stadtradeln in Frankfurt. Das große Ziel: unsere Mitwelt zu erhalten. Unsere indische Mitschwester Firstlymary steckt uns an mit ihrer Freude am Wetteifern, ihrer Liebe zum Radfahren, für die Umwelt und mehr Bewegung im Alltag. Unterwegs zum Ziel: sich für etwas einsetzen, etwas in sich selbst verbessern.

Ein Ziel, mein Ziel, dein Ziel, Sein Ziel – wir können das Ziel durchdeklinieren und dabei die Freude am Spielerischen entdecken, Kreativität freisetzen: „Wenn du wirklich liebst, bist du erfinderisch.“ (Anna Dengel)